Urlaubsanspruch Minijob: Formel, Tabelle und Rechner für 1 bis 6 Arbeitstage
17. August 20267 Min. Lesezeit
Der Urlaubsanspruch im Minijob richtet sich nach der Zahl deiner Wochenarbeitstage. Bei einer 3-Tage-Woche stehen dir gesetzlich mindestens 12 bezahlte Urlaubstage pro Jahr zu. Grundlage ist § 3 BUrlG, der für alle Beschäftigten gilt.
Urlaubsanspruch Minijob: Das Wichtigste in Kürze
Minijobber haben nach § 3 BUrlG denselben gesetzlichen Urlaubsanspruch wie Vollzeitbeschäftigte, gestaffelt nach der Zahl ihrer Wochenarbeitstage.
Die Formel für den gesetzlichen Mindesturlaub im Minijob lautet: Wochenarbeitstage × 24 geteilt durch 6. Bei einer 2-Tage-Woche ergeben sich daraus 8 bezahlte Urlaubstage pro Jahr.
Bei wechselnden Einsatztagen berechnet sich der Urlaubsanspruch über die durchschnittlichen Wochenarbeitstage eines Jahres und lässt sich zusätzlich in Urlaubsstunden umrechnen.
absentify, eine Abwesenheitsverwaltung mit Microsoft-365-Integration, berechnet den Resturlaub jedes Minijobbers automatisch und zeigt ihn direkt in Microsoft Teams und Outlook an.
Wie viele Urlaubstage stehen mir im Minijob gesetzlich zu?
Im Minijob gilt derselbe gesetzliche Mindesturlaub wie in jedem anderen Arbeitsverhältnis. § 3 BUrlG legt 24 Werktage pro Jahr fest, bezogen auf eine 6-Tage-Woche. Arbeitest du an weniger Tagen, steht dir dieser Anspruch anteilig zu.
Ein Verdienst von 603 Euro monatlich ändert daran nichts. Auch geringfügig Beschäftigte fallen unter das Bundesurlaubsgesetz und unter § 4 Abs. 1 TzBfG, der eine Schlechterstellung wegen der Teilzeit verbietet.
Formel für deinen Urlaubsanspruch im Minijob: Wochenarbeitstage × 24 ÷ 6 = gesetzlicher Mindesturlaub in Tagen
Bei einer 2-Tage-Woche rechnest du also 2 × 24 ÷ 6 und erhältst 8 Urlaubstage. Gewährt dein Arbeitgeber freiwillig mehr Urlaub, tauschst du die Werte aus und rechnest mit seiner Basis, etwa Wochenarbeitstage × 30 ÷ 5 bei einem Vertrag mit 30 Tagen.
Warum die Rechnung auf sechs Tagen basiert
Werktage im Sinne des Bundesurlaubsgesetzes sind alle Kalendertage außer Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen. Der Samstag zählt damit mit, auch wenn in deinem Betrieb niemand samstags arbeitet.
24 Werktage entsprechen deshalb genau vier Kalenderwochen Urlaub. Diese vier Wochen bekommt jeder Beschäftigte, unabhängig von der Zahl seiner Arbeitstage.
Wie berechne ich meinen Urlaubsanspruch bei 1 bis 6 Arbeitstagen pro Woche?
Je mehr Tage pro Woche du arbeitest, desto mehr Urlaubstage stehen dir zu. Die folgende Tabelle zeigt den Anspruch für den gesetzlichen Mindesturlaub und für zwei gängige vertragliche Regelungen.
Arbeitstage pro Woche
Gesetzlicher Mindesturlaub
Bei 25 Tagen (5-Tage-Basis)
Bei 30 Tagen (5-Tage-Basis)
1 Tag
4 Tage
5 Tage
6 Tage
2 Tage
8 Tage
10 Tage
12 Tage
3 Tage
12 Tage
15 Tage
18 Tage
4 Tage
16 Tage
20 Tage
24 Tage
5 Tage
20 Tage
25 Tage
30 Tage
6 Tage
24 Tage
30 Tage
36 Tage
Beispiel für den Urlaubsanspruch im Minijob bei 1 Tag pro Woche
Du reinigst jeden Freitag vier Stunden eine Praxis. Dein gesetzlicher Anspruch beträgt 1 × 24 ÷ 6 und damit 4 Urlaubstage im Jahr.
Mit diesen vier Tagen hast du exakt vier Wochen Erholungsurlaub, die auch ein Vollzeitkollege bekommt.
Wie berechne ich den Urlaubsanspruch bei unregelmäßigen Arbeitstagen?
Bei wechselnden Einsatztagen bildest du den Durchschnitt über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Du zählst alle geplanten Arbeitstage des Jahres und teilst sie durch 52. Das Ergebnis setzt du als Wochenarbeitstage in die bekannte Formel ein.
Arbeitest du im Jahr an 78 Tagen, ergibt das 1,5 Wochenarbeitstage. Dein Anspruch beträgt 1,5 × 24 ÷ 6 und damit 6 Urlaubstage.
Urlaubsanspruch im Minijob auf Stundenbasis berechnen
Für eine ergänzende Stundenübersicht multiplizierst du deine Urlaubstage mit der durchschnittlichen Stundenzahl eines Arbeitstags.
Bei 6 Urlaubstagen und durchschnittlich 5 Stunden pro Einsatz entspricht das rechnerisch 30 Stunden. Der gesetzliche Anspruch bleibt jedoch ein Anspruch auf sechs freie Arbeitstage; unterschiedlich lange Schichten dürfen ihn nicht verkürzen. Das Bundesarbeitsgericht stellt für die Umrechnung auf die Zahl der Tage mit Arbeitspflicht ab (BAG, 9 AZR 406/17); auch die Minijob-Zentrale berechnet den Anspruch nach Arbeitstagen, nicht nach Arbeitsstunden.
Was gilt bei einem Wechsel der Arbeitstage im laufenden Jahr?
Reduzierst oder erhöhst du deine Arbeitstage mitten im Jahr, wird der Anspruch für jeden Zeitraum getrennt berechnet. Für die Monate mit 3 Arbeitstagen rechnest du anteilig, für die Monate mit 2 Arbeitstagen ebenfalls.
Bereits genommener Urlaub bleibt dabei bestehen. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass eine nachträgliche Kürzung bereits erworbener Urlaubstage unzulässig ist.
Gilt für Minijobber ab 50 Jahren ein höherer Urlaubsanspruch?
Das Alter allein begründet keinen höheren gesetzlichen Urlaubsanspruch. Ein 55-jähriger Minijobber mit einer 3-Tage-Woche hat exakt denselben Anspruch auf 12 Urlaubstage wie ein 25-jähriger Kollege mit gleichem Arbeitsvertrag.
Mehr Urlaubstage ab einem bestimmten Alter entstehen nur über einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine Regelung im Arbeitsvertrag.
Eine gesetzliche Ausnahme gibt es bei anerkannter Schwerbehinderung. Nach § 208 SGB IX kommen bei einer 5-Tage-Woche fünf Zusatztage hinzu, bei einer 3-Tage-Woche anteilig also drei Tage.
Was gilt bei Wartezeit, Feiertagen, Krankheit und Kündigung?
Den vollen Jahresurlaub erwirbst du nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit. Vorher stehen dir nach § 5 BUrlG ein Zwölftel des Jahresanspruchs für jeden vollen Beschäftigungsmonat zu.
Wartezeit und Ausscheiden aus dem Betrieb
Beginnst du deinen Minijob am 1. April und hast Anspruch auf 12 Urlaubstage im Jahr, stehen dir bis Ende August fünf Tage Teilurlaub zu. Nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit am 30. September greift ab 1. Oktober der volle Jahresanspruch.
Für den Resturlaub bei Kündigung gilt, dass dein Arbeitgeber nicht genommene Tage nach § 7 Abs. 4 BUrlG auszahlen muss, wenn sie wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden können.
Feiertage und Krankheitstage im Urlaub
Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen deiner Arbeitstage, zieht dein Arbeitgeber dafür keinen Urlaubstag ab. Feiertage zählen nach dem Bundesurlaubsgesetz nicht als Werktage.
Erkrankst du im Urlaub und legst ein ärztliches Attest vor, werden diese Tage nach § 9 BUrlG gutgeschrieben.
Wie behalten Unternehmen den Überblick über Urlaubsansprüche von Minijobbern?
Sobald mehrere Minijobber mit unterschiedlichen Wochentagen im Team arbeiten, wird die händische Berechnung des Urlaubs eher fehleranfällig. Jede Vertragsänderung und jeder genommene Tag erfordert dann eine manuelle Korrektur.
absentify berechnet den Resturlaub für jeden Mitarbeiter automatisch auf Grundlage der hinterlegten Kontingente, Urlaubsregeln und Arbeitszeitpläne. So lassen sich auch Minijobs, Teilzeit oder wechselnde Arbeitstage pro Woche abbilden. Den eigenen Resturlaub sieht jeder selbst in Microsoft Teams.
Jeder sieht seinen Resturlaub jederzeit im eigenen Kalender, ohne bei der Personalabteilung nachzufragen.
Alle planen ihre Urlaubstage direkt in Microsoft Teams und Outlook, ohne ein weiteres Programm zu öffnen.
Du erkennst die jeweiligen Kapazitäten im Team sofort, weil Abwesenheiten aller Kollegen an einer Stelle zusammenlaufen.
Möchtest du dein Abwesenheitsmanagement vereinfachen?
Ein gesetzlicher Anspruch auf Urlaubsgeld besteht nicht. Während des Urlaubs läuft dein normales Entgelt weiter, zusätzliches Urlaubsgeld entsteht nur über Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag.
Urlaub verfällt am 31. Dezember grundsätzlich nur, wenn dein Arbeitgeber dich rechtzeitig auf den offenen Anspruch und den drohenden Verfall hingewiesen und dich aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen. Bleibt diese Mitwirkung aus, bleibt der Urlaub grundsätzlich bestehen.
Jedes Arbeitsverhältnis begründet einen eigenen Urlaubsanspruch. Bei zwei Minijobs mit je 2 Arbeitstagen pro Woche erhältst du also zweimal 8 Urlaubstage, jeweils vom entsprechenden Arbeitgeber.
Über absentify beantragen Minijobber ihren Urlaub direkt in Microsoft Teams. Der Antrag geht an den hinterlegten Genehmiger, nach der Freigabe erscheint die Abwesenheit bei aktivierter Outlook-Synchronisierung automatisch im Outlook-Kalender.
Ja, absentify zieht genehmigte Urlaubstage automatisch vom Jahreskontingent ab. Der aktuelle Stand erscheint im persönlichen Kalender jedes Mitarbeiters, manuelle Nachrechnungen in Excel entfallen.
Ein gesetzlicher Anspruch auf Urlaubsgeld besteht nicht. Während des Urlaubs läuft dein normales Entgelt weiter, zusätzliches Urlaubsgeld entsteht nur über Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag.
Urlaub verfällt am 31. Dezember grundsätzlich nur, wenn dein Arbeitgeber dich rechtzeitig auf den offenen Anspruch und den drohenden Verfall hingewiesen und dich aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen. Bleibt diese Mitwirkung aus, bleibt der Urlaub grundsätzlich bestehen.
Jedes Arbeitsverhältnis begründet einen eigenen Urlaubsanspruch. Bei zwei Minijobs mit je 2 Arbeitstagen pro Woche erhältst du also zweimal 8 Urlaubstage, jeweils vom entsprechenden Arbeitgeber.
Über absentify beantragen Minijobber ihren Urlaub direkt in Microsoft Teams. Der Antrag geht an den hinterlegten Genehmiger, nach der Freigabe erscheint die Abwesenheit bei aktivierter Outlook-Synchronisierung automatisch im Outlook-Kalender.
Ja, absentify zieht genehmigte Urlaubstage automatisch vom Jahreskontingent ab. Der aktuelle Stand erscheint im persönlichen Kalender jedes Mitarbeiters, manuelle Nachrechnungen in Excel entfallen.
Über den Autor
Anna Keller
Content Managerin bei absentify
Als Blogautorin bei absentify erklärt Anna Keller, wie Unternehmen Abwesenheiten, Urlaub und Arbeitszeiten effizient verwalten können. In ihren Artikeln verbindet sie HR-Praxis mit Microsoft 365-Tipps für Outlook und Teams und liefert Vorlagen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Softwarevergleiche für moderne, digitale Prozesse.