Sonderurlaub im Todesfall: Wie viele Tage stehen dir zu, und welche Rechtslage gilt 2026?

Beim Tod eines nahen Angehörigen kann Anspruch auf bezahlte Freistellung bestehen. Wie viele Tage zustehen, hängt vom Verwandtschaftsgrad, einem Tarifvertrag und dem Arbeitsvertrag ab. Im öffentlichen Dienst gilt § 29 TVöD. Ohne einschlägigen Tarifvertrag kommt vor allem § 616 BGB in Betracht, sofern er nicht wirksam ausgeschlossen wurde.
Sonderurlaub im Todesfall: Das Wichtigste in Kürze
- Im TVöD gibt es beim Tod von Ehepartner, Lebenspartner, Lebensgefährte, Kind oder Elternteil 2 bezahlte Arbeitstage Freistellung, getrennt vom Erholungsurlaub.
- § 616 BGB kann im Todesfall eine bezahlte Freistellung begründen, wenn die Vorschrift anwendbar und nicht wirksam ausgeschlossen ist.
- Für Schwiegereltern, Großeltern und Geschwister gibt es im TVöD keinen ausdrücklichen Anspruch auf Sonderurlaub im Todesfall; andere Tarifverträge oder § 616 BGB können im Einzelfall etwas anderes vorsehen.
- absentify kann auch Abwesenheiten wie Sonderurlaub im Todesfall per Leave Type getrennt vom Jahresurlaub abbilden; Genehmigung und Dokumentenupload sind je nach Konfiguration möglich.
Wie viele Tage Sonderurlaub stehen dir im Todesfall zu?
Die Tageszahl hängt vom Verwandtschaftsgrad und der anwendbaren Rechtsgrundlage ab. § 29 TVöD und der IG Metall-Tarifvertrag nennen konkrete Tage – für Beschäftigte ohne Tarifbindung entscheidet § 616 BGB im Einzelfall. Die Freistellungstage laufen in allen Fällen separat vom Jahresurlaub.
Wie viele Tage bezahlte Freistellung dir im Todesfall zustehen, hängt von Verwandtschaftsgrad, Tarifvertrag und Arbeitsvertrag ab. § 29 im TVöD regelt die Tage konkret. Ohne einschlägigen Tarifvertrag kann § 616 BGB im Einzelfall greifen, wenn die Vorschrift nicht wirksam ausgeschlossen wurde. Die Freistellung ist vom Erholungsurlaub zu unterscheiden.
| Verwandtschaftsgrad | TVöD § 29 | Tarifvertrag Metall- und Elektroindustrie | Ohne einschlägigen Tarifvertrag (§ 616 BGB) |
|---|---|---|---|
| Ehepartner / eingetragener Lebenspartner | 2 Arbeitstage | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
| Lebensgefährte in ehe- oder lebenspartnerschaftsähnlicher Gemeinschaft | 2 Arbeitstage | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
| Kind | 2 Arbeitstage | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
| Elternteil | 2 Arbeitstage | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
| Schwiegereltern | im TVöD nicht ausdrücklich geregelt | je nach Tarifgebiet unterschiedlich, teils geregelt | einzelfallabhängig |
| Großeltern | im TVöD nicht ausdrücklich geregelt | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
| Geschwister | im TVöD nicht ausdrücklich geregelt | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
| Nichtehelicher Partner ohne vom Tarif erfasste Lebensgemeinschaft | im Einzelfall zu prüfen | je nach Tarifgebiet unterschiedlich | einzelfallabhängig |
Welche gesetzliche Grundlage gilt beim Sonderurlaub im Todesfall?
Beim Tod eines Angehörigen kommen je nach Arbeitsverhältnis unterschiedliche Rechtsgrundlagen in Betracht:
- § 616 BGB: Allgemeine gesetzliche Grundlage zur Entgeltfortzahlung bei persönlicher Verhinderung
- § 29 TVöD: Tarifvertragliche Regelung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
§ 616 BGB nennt keine festen Anlässe oder Tage. Ob bei einem Todesfall Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht, hängt vom Einzelfall ab. Die Vorschrift greift nur, wenn die Arbeitsverhinderung persönlich, unverschuldet und nur kurzzeitig ist.
Arbeitsverträge können § 616 BGB ausschließen oder einschränken; ob das wirksam ist, hängt vom genauen Wortlaut ab. Gibt es keinen Tarifvertrag und keinen wirksamen Ausschluss, kann sich der Anspruch aus § 616 BGB ergeben. Zusätzlich können Betriebsvereinbarungen oder freiwillige Arbeitgeberregelungen weitergehende Ansprüche vorsehen.
Hinweis für HR-Verantwortliche im öffentlichen Dienst: Der 22. Änderungstarifvertrag 2025 sieht ab 2027 einen zusätzlichen Tag Erholungsurlaub für TVöD-Beschäftigte vor. Das betrifft nicht den Sonderurlaub, ist aber bei der Gesamtplanung zu beachten.
Gibt es Sonderurlaub beim Tod der Schwiegereltern?
Beim Tod der Schwiegereltern besteht kein ausdrücklicher Anspruch aus § 29 TVöD. Das bedeutet nicht, dass jeder Anspruch fehlt, er ergibt sich aber nicht aus dem Tarifrecht und muss auf anderen Wegen begründet werden.
§ 616 BGB kann eingreifen, wenn die Vorschrift im Arbeitsvertrag nicht wirksam ausgeschlossen wurde und die Voraussetzungen der Norm im Einzelfall erfüllt sind. Ein ausdrücklicher Anspruch aus § 29 TVöD besteht für den Tod von Schwiegereltern nicht. In anderen Tarifverträgen können jedoch abweichende Regelungen bestehen; deshalb sollte immer der konkrete Tarifvertrag geprüft werden.
Tipp für HR-Verantwortliche: Enthält weder Arbeitsvertrag noch Tarifvertrag eine klare Regelung, schafft eine Betriebsvereinbarung, die alle gängigen Verwandtschaftsgrade verbindlich abdeckt, Klarheit für alle Seiten. Einzelfallentscheidungen unter Zeitdruck entfallen, und alle Betroffenen wissen vorab, was gilt.
Gibt es Sonderurlaub beim Tod der Großeltern?
Beim Tod der Großeltern ist die rechtliche Lage deutlich weniger klar als bei nahen Kernfamilienmitgliedern. Weder § 29 TVöD noch viele Tarifverträge sehen hierfür ausdrücklich eine Freistellung vor. § 616 BGB bleibt als gesetzliche Grundlage möglich, sofern er nicht ausgeschlossen wurde.
Beim Tod der Großeltern oder von Geschwistern besteht im TVöD kein ausdrücklicher Anspruch nach § 29 Abs. 1 Buchst. b TVöD. Außerhalb des TVöD kann eine bezahlte Freistellung im Einzelfall aus einem einschlägigen Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einer betrieblichen Regelung oder aus § 616 BGB folgen, sofern die Vorschrift anwendbar ist. Eine verallgemeinernde Aussage zu einer festen Zahl von Tagen lässt sich ohne Prüfung der konkreten Rechtsgrundlage nicht zuverlässig treffen.
Liegt kein Anspruch vor, bleiben als Alternative der reguläre Erholungsurlaub oder eine unbezahlte Freistellung. Auf Resturlaub zurückzugreifen ist eine Option, aber keine rechtliche Pflicht.
Gibt es Sonderurlaub für die Beerdigung?
Zwei Arbeitstage reichen in der Praxis oft nicht aus. Sterbeurkunde beantragen, Bestatter beauftragen, Nachlass regeln, Anreise organisieren – der Aufwand rund um eine Beerdigung ist größer als erwartet. Arbeitsgerichte haben in Einzelfällen drei bis vier Tage als verhältnismäßig kurz anerkannt, wenn die Umstände es begründen. Ein pauschaler Anspruch auf mehr Tage ergibt sich daraus aber nicht.
Was tun, wenn der Sonderurlaub nicht reicht?
- Zusätzliche Tage als unbezahlten Sonderurlaub beim Arbeitgeber beantragen
- Resturlaub aus dem laufenden Urlaubskontingent nehmen
- Gleitzeitstunden oder Zeitguthaben abbauen
- Bei starker psychischer Belastung durch den Trauerfall ein ärztliches Attest prüfen
Eine bestehende Urlaubssperre steht einem rechtlich begründeten Sonderurlaubs-Anspruch im Todesfall nicht entgegen. Urlaubssperren beziehen sich auf den Erholungsurlaub, nicht auf gesetzliche oder tarifliche Freistellungsansprüche.
Urlaubsanspruch im Todesfall: Was zählt als Sonderurlaub, was nicht?
Sonderurlaub im Todesfall ist kein Urlaub im Sinne des Bundesurlaubsgesetzes. Er mindert weder das Jahresurlaubskontingent noch den Resturlaub. Wurde stattdessen Erholungsurlaub erfasst, sollte die Buchung geprüft werden. Eine nachträgliche Korrektur ist nicht automatisch möglich, sondern hängt von der Rechtsgrundlage, dem zeitlichen Ablauf und der Dokumentation ab. Sonderurlaub beziehungsweise Arbeitsbefreiung und Erholungsurlaub sind rechtlich zu unterscheiden.
Davon abzugrenzen ist die freiwillige Freistellung ohne Entgeltzahlung. Manche Arbeitgeber gewähren bei Trauerfällen unbezahlte Freistellung, wenn kein gesetzlicher Anspruch besteht. Das ist zulässig, erhält aber den Lohnanspruch nicht.
Sonderurlaub im Todesfall beantragen: Was beim Todesfall anders ist
Bei planbaren Anlässen wie Sonderurlaub bei der Hochzeit oder Sonderurlaub beim Umzug bleibt Zeit, Rechtsgrundlage, Antrag und Nachweis in Ruhe vorzubereiten. Beim Todesfall fällt diese Vorlaufzeit weg. Das verändert den Ablauf an zwei Punkten: Du informierst und kündigst den Nachweis im selben Schritt an und musst aktiv sicherstellen, dass die Tage nicht fälschlich als Jahresurlaub erfasst werden.

Schritt 1: Arbeitgeber sofort informieren und Nachweis ankündigen
Eine kurze Nachricht oder ein Anruf reicht aus. Freistellung beantragen und Nachweis ankündigen laufen im selben ersten Kontakt ab. Wichtig dabei:
- Den Verwandtschaftsgrad nennen, damit die Freistellung von Anfang an als Sonderurlaub und nicht als Jahresurlaub kategorisiert wird
- Ankündigen, dass du die Sterbeurkunde nachreichst, sobald sie vom Standesamt vorliegt
- Du musst keine Einzelheiten erklären, da keine rechtliche Pflicht besteht, den Todesfall zu begründen.
Hinweis: Arbeitgeber dürfen einen Nachweis verlangen. Die Sterbeurkunde wird beim zuständigen Standesamt beantragt und liegt oft erst mehrere Tage nach dem Todesfall vor. Wer sie dauerhaft schuldig bleibt, riskiert, dass der Anspruch im Streitfall angezweifelt wird.
Schritt 2: Separate Dokumentation als Sonderurlaub sicherstellen
Da die Freistellung im Todesfall oft kurzfristig und mündlich vereinbart wird, besteht ein erhöhtes Risiko der falschen Erfassung als Jahresurlaub. Das hat direkte Konsequenzen:
- Weniger nachweisbare Urlaubstage im Resturlaub
- Möglicher Verlust von Auszahlungsansprüchen bei Kündigung
Fordere deshalb eine schriftliche Bestätigung an, aus der hervorgeht, dass die Tage als Sonderurlaub aufgrund eines Todesfalls und nicht als Erholungsurlaub erfasst wurden.
Den vollständigen Prozess zur Beantragung von Sonderurlaub – von der Rechtsgrundlage über die Antragstellung bis zur schriftlichen Bestätigung – findest du im Artikel zum Sonderurlaub.
Wie verwalten HR-Teams Sonderurlaub im Todesfall strukturiert?
Trauerfälle treffen HR-Abteilungen immer kurzfristig. Im Gegensatz zu planbaren Anlässen wie Sonderurlaub bei der Hochzeit oder Sonderurlaub bei einer Geburt gibt es hier keine Vorbereitungszeit. Das erhöht das Risiko für Fehler in der Erfassung.
Häufige Fehler in der Praxis:
- Sonderurlaub wird fälschlicherweise vom Jahresurlaub abgezogen
- Der Nachweis wird nicht archiviert und fehlt im Streitfall
- Verschiedene Verwandtschaftsgrade werden uneinheitlich behandelt, weil keine klare interne Richtlinie existiert
In absentify kannst du Sonderurlaub im Todesfall über einen eigenen Leave Type getrennt vom Jahresurlaub abbilden, sofern dieser in den Einstellungen entsprechend angelegt und konfiguriert wurde. Je nach Einrichtung lassen sich dafür eigene Regeln, Genehmigungsprozesse und optional auch Dokumentenuploads hinterlegen.

Sonderurlaub im Todesfall: Anspruch kennen, Fehler vermeiden
Gerade bei sensiblen Abwesenheiten zeigt sich, wie wichtig klare Prozesse sind. absentify hilft dabei, Freistellungen sauber vom Jahresurlaub zu trennen, Anträge nachvollziehbar zu steuern und Entscheidungen einheitlich zu dokumentieren. Das spart HR Zeit, reduziert Fehler und schafft Sicherheit für alle Beteiligten.
Deine Vorteile mit absentify:
- Sonderurlaub im Todesfall kann in absentify als eigene Abwesenheitskategorie angelegt und getrennt vom Jahresurlaub verwaltet werden, sofern ein entsprechender Leave Type konfiguriert wurde.
- Genehmigungsprozesse und optionaler Dokumentenupload können direkt im Antrag abgebildet werden.
- Benachrichtigungen und Freigabeprozesse lassen sich systemseitig unterstützen; der konkrete Ablauf hängt von der Einrichtung des Systems ab.
- Direkte Integration in Microsoft Teams und Outlook, dort, wo dein Team ohnehin arbeitet.
Möchtest du deinen Sonderurlaub im Todesfall vereinfachen?
- Keine Kreditkarte erforderlich
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Sonderurlaub im Todesfall – Häufige Fragen und Antworten
Sonderurlaub im Todesfall – Häufige Fragen und Antworten
Über den Autor

Anna Keller
Content Managerin bei absentify
Als Blogautorin bei absentify erklärt Anna Keller, wie Unternehmen Abwesenheiten, Urlaub und Arbeitszeiten effizient verwalten können. In ihren Artikeln verbindet sie HR-Praxis mit Microsoft 365-Tipps für Outlook und Teams und liefert Vorlagen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Softwarevergleiche für moderne, digitale Prozesse.
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